Imkerverein Cadolsburg u. Umgebung

http://www.imker-cadolzburg.de

 

 

Jahresbericht der AG Schulimker an der Mittelschule Cadolzburg 2012/2013

Auch im Schuljahr 2012/2013 war der Imkerverein Cadolzburg als Kooperationspartner der Mittelschule mit dem Projekt AG Schulimker für die Schüler der Ganztagesklassen 5a und 6a aktiv .
Für alle Beteiligten der Imkergruppe war es ein interessantes und lehrreiches Schuljahr 2012/13.
Den besonderen Höhepunkt im Jahreslauf bildet für die Schüler das gemeinsame „Honigschleudern“. Für sie ist es einfach faszinierend zu erfahren, welch große Menge Honig von so kleinen Insekten in relativ kurzer Zeit gesammelt und „hergestellt“ wird. Die prall gefüllten Honigwaben entdeckeln, an der Schleuder drehen, den Honig in Gläser abfüllen und kosten dürfen – das „absolute“ Erlebnis.
Auch in diesem Schuljahr schauten die Mitglieder der AG über den Tellerrand hinaus. Am 18. März 2013 besuchten sie gemeinsam mit interessierten Imkern verschiedener Imkervereine die Mainfränkischen Werkstätten im Imkerzentrum Schwarzach am Main, eine Einrichtung der Lebenshilfe. Das Imkereizentrum wird von Menschen mit Behinderung betrieben. Zum Abschluss dort wohnten wir einem sehr aufschlussreichen Vortrag der Leiterin des staatlichen Prüfhofes, Frau Polzer, bei.

Heinrich Körber, Lehrer an der MS Cadolzburg und Mitarbeiter der AG Schulimker

 

Mittelfränkischer Imkertag der BIV in Cadolzburg

Der Vorsitzende, Jürgen Groß begrüßte zum traditionellen Herbstimkertag des Bezirksverbandes Mittelfranken in der Bayerischen Imkervereinigung im gut besetzten Saal der Gaststätte zur Friedenseiche zahlreiche Imker, Gäste und Ehrengästen. Er bedankte sich bei der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland die mit einem Angebot an Imkerbedarf und Zubehör vertreten ist.

 

Zahlreiche Gäste, Ehrengäste und die HEG (im Hintergrund) konnten beim Mittelfränkischen Imkertag der BIV in Cadolzburg im gut besetzten Saal des Gasthofs Zur Friedenseiche begrüßt werden.

Der erste Vors. des Imkervereins Cadolzburg, Konrad Müller, stellt den gastgebenden Verein vor. Besonders erfreulich: durch Lehrbienenstand und Ausbildungsangebot konnte der Mitgliederbestand in Cadolzburg zwischen 2007 bis 2011 von 26 auf 51 Mitglieder erhöht werden.

Bürgermeister Obst, Landrat Dießl, Bezirksrat Kistner und BIV-Vors. Hochmuth überbrachten Grußworte. Dießl hob vor allem die Anstrengungen des Landkreises für den Ausgleich von Monokulturen in Landwirtschaft vor. Auch die Erfolgsgeschichte der Marketingaktion "Gutes aus dem Fürther Land" unter der Beteiligung der Imker fand Anerkennung. Seine Freude und sein Dank galten den beiden Verbandsvors. im Bezirk, Groß und Spiegl für ihr Engagement bei der Anschaffung des BIG-Mobils. Kistner berichtete über die Verleihung des Umweltpreises 2012 der Gemeinde Veitsbronn an den IV Veitsbronn, verbunden mit einem Preisgeld von 1.000 €. Das Geld soll vom Verein zur Errichtung eines Lehrbienenstandes verwendet werden. Hochmuth mahnte vor allem eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der Imker an.

Jürgen Groß berichtet ausführlich über das Verbandsgeschehen und div. Sitzungen. Breiten Raum in der Berichterstattung und der Diskussion nahmen die massiven Faulbrutfälle im Bezirksgebiet ein. Zwei verdiente Imker im Bezirk Mittelfranken erhielten aus der Hand der beiden Vorsitzenden in der BIV, Hochmuth und Groß für ihre Verdienste um die Imker eine Auszeichnung. Seit 1992 führt Willi Lothert die Kassengeschäfte im Bezirksverband Mfr. mit gutem Ergebnis. Sein aktives Wirken im Vorstand des Bezirks und sein langjähriges erfolgreiche Wirken als Vorstand im IV Ansbach wurden mit der Verleihung der Armbruster-Medaille in Silber gewürdigt. Die Ehrung an Konrad Müller mit der Verleihung der Armbruster-Medaille in Gold erfolgte für sein Wirken als Schriftführer im Bezirksverband in Mfr. und sein Wirken in der Imkerausbildung.

v.l.n.r.Edmund Hochmuth 1. Vors. der BIV , Konrad Müller 1. Vors. des IV Cadolzburg ,Willi Lothert 1. Vors.des IV Ansbach und Jürgen Groß 1. Vors. der BIV Mfr.

Als versierte Fachwartin berichtete Frau Groß in ihrem Referat aus ihren reichhaltigen Erfahrungen bei der Bekämpfung der amerikanischen Faulbrut und den auftretenden Mängeln und Problemen vor Ort bei den betroffenen Imkern. Ein informativer und für alle Imker lehrreicher Vortrag mit vielen Hinweisen auf Hilfen und Lösungsansätzen bei der Bewältigung der Aufgaben im Schadensfall.

Den Abschluss nach der Mittagspause bildet ein Vortrag von Prof. Dr. Karsten Münstedt, Uni-Klinik Gießen, zum Thema "Heilwerte aus dem Bienenvolk". Die Bienenprodukte Honig, Pollen, Gelée royale und andere sind in aller Munde und das im wahrsten Sinne des Wortes. Neben ihrem Stellenwert in der Ernährung haben wissenschaftliche Untersuchungen der Bienenprodukte einige der in der Volksmedizin bekannten Wirkungen bestätigt.

 

Faulbrut - Hilfe zur Selbsthilfe,

eine verbandsübergreifende Initiative der Bezirksverbände Mittelfranken.

Große Resonanz fand der Imkerverein Cadolzburg mit seinem Angebot die gebrauchten Rähmchen der Mitglieder in Natronlauge auszukochen und mit dem Hochdruckreiniger nachzuspülen. 21 Imker mit 1.750 Rähmchen beteiligten sich. Von großem Vorteil erwies sich das Angebot der Gemeindewerke Cadolzburg, die Aktion an einer Kläranlage durchzuführen. Ein befestigter Platz mit gesicherter Abwasserversorgung sowie Strom- und Wasseranschluss sind hilfreich.

Ein praktisches Hilfsmittel im BIG-Mobil: Zusammen mit einem örtlichen Metallbauer entwickelte der Leiter der Imkerei an der Ldw. Lehranstalten in Triesdorf, Imkermeister Jürgen Groß, diese Halterung. Bis zu 20 Rähmchen können eingespannt und problemlos in der kochenden Natronlauge ausgekocht und anschließend mit dem Hochdruckreiniger abgespült werden.

 

Faulbrut - Hilfe zur Selbsthilfe, eine verbandsübergreifende Initiative der Bezirksverbände in Mittelfranken.

Was tun, wenn im Abstand einiger Jahre in einer Region mit schöner Regelmäßigkeit Faulbrutfälle auftreten. Im Jahr 2011 war es im Stadt- und Landkreis Fürth wieder einmal soweit. Die ersten Fälle der amerikanischen Faulbrut wurden bereits im April festgestellt; bis Anfang September zwangen weitere neu festgestellte Fälle dazu, das Sperrgebiet mehrmals und zwar Veterinäramts - übergreifend zu erweitern.

Auf Initiative des Imkervereins Cadolzburg und mit Unterstützung der Bezirksverbände Mittelfranken der BIV und des LVBI fand im Oktober 2011 in Cadolzburg ein Informations- und Diskussionsabend zu dem Thema statt. Bei einer Vorbesprechung dazu diskutierten die Vertreter der betroffenen Veterinärämter, der Stattliche Fachberater für Bienenzucht in Mittel- und Unterfranken, Müller-Engler, die Fachwarte für Bienengesundheit und -hygiene und Vertreter der Bezirksverbände aus BIV und LVBI über zwei Themenschwerpunkt:

1. Wie und von wem kann den betroffenen Imkern die bestmögliche Hilfe bei der Sanierung ihrer Bienenstände geboten werden.

2. Möglichkeiten präventiver Vorbeugemaßnahmen zur Verhinderung bzw. Verringerung der auftretenden Faulbrutfälle.

Anregungen und Hilfestellung zu den Themen bot vor allem eine Broschüre der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit dem Thema "Gesetzliche Grundlagen zur Imkerei", u.a. zu dem Kapitel Bienenseuchen. (Dr. Werner Mühlen, Referent für Bienenkunde, 6. Auflage März 2008).

An der Veranstaltung in Cadolzburg nahmen über 100 Imker aus Mittelfranken sowie Vertreter der Veterinärämter und der Bezirksverbände aus BIV und LVBI teil. Der Fachberater Müller-Engler referierte umfassend zum Thema Faulbrut. Nach ausführlicher Diskussion unterbreiteten die Verbandsvertreter unter Federführung des 1. Vors. der BIV Mfr., Jürgen Groß den Vorschlag, ein "Bienen-Gesundheitsmobil, kurz BIG-Mobil" auf Bezirksebene anzuschaffen. Der Vorschlag fand sowohl aus dem Kreis der Imker wie auch der Veterinärämter und der Fachberatung eine breite Zustimmung.

Nach Abklärung vieler Details und Sicherstellung der Finanzierung konnte das BIG-Mobil, seine Ausstattung und der praktische Einsatz der Geräte an einer gut besuchten Veranstaltung am Lehrbienenstand des Imkervereins Fürth-Burgfarrnbach am 13. Mai 2012 vorgestellt werden.

Der Fachbereich Imkerei in den Ldw. Lehranstalten Triesdorf erklärte sich bereit, das Fahrzeug, einen PKW-Anhänger, ausgestattet mit allen Hilfsmitteln, bei sich zu stationieren und zu verwalten. Die Ausstattung umfasst professionelle Geräte zu vorbeugenden Hygienearbeiten bis zur Sanierung von betroffenen Bienenständen. Die Imkervereine in den beiden Bezirksverbänden haben die Möglichkeit das Fahrzeug anzumieten.

(Ausleih-Bestimmungen können im Internet unter "www.bayerische-imker.de /Aktuelles/ Bestimmungen zur Ausleihe des BIG-Mobils" eingesehen werden.

Die Bezirksverbände von BIV und LVBI stellten aus ihren Haushaltsmitteln jeweils einen größeren Betrag zur Finanzierung der Anschaffungskosten zur Verfügung. Ohne weitere Zuschußgeber und Spender, allen voran dem Bezirk Mittelfranken sowie einer Reihe kreisfreier Städte und Landkreise aus Mfr. wäre das Projekt mit Gesamtkosten von rd. € 12.500,-- nicht finanzierbar gewesen.

Zwischenzeitlich ist das BIG-Mobil bei seinen ersten Einsätzen in den Vereinen unterwegs. Im Bereich der vorbeugenden Hygiene-Maßnahmen ist der Einsatz professioneller Geräte, allen voran einem großen Dampf-Wachsschmelzer, einem Kessel zur Reinigung leerer, gebrauchter Rähmchen, einem Hochdruckreiniger und Gasbrennern zum Desinfizieren von Beuten eine gute Hilfestellung. Vor allem Vereine mit einer erfolgreichen Nachwuchs-Arbeit kennen das Problem der strukturellen Änderung in unserer Imkerschaft.

Sowohl bei den räumlichen Möglichkeiten wie auch der der technischen Ausstattung hat der Großteil der Jungimker mit bis zu 5 Völkern in der Regel keine oder nur begrenzte Möglichkeiten Hygiene-Maßnehmen, wie in guter imkerlichen Praxis erforderlich, umzusetzen

Natürlich ist der Einsatz des BIG-Mobils nur eine unter mehreren diskutierten Ansatzpunkten.

So berichtet der Verfasser der eingangs zitierten Broschüre, Dr. Werner Mühlen z.B. über sehr positive Erfahrungen bei flächendeckenden vorbeugenden Untersuchungen von Futterkranzproben auf Faulbrutsporen. Im Nordbayerischen Raum gibt es dazu auch erste Versuche der Umsetzung. Offensichtlich gibt es dabei jedoch Länder übergreifend und auch zwischen den Veterinärämtern unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der Probenauswertung, vor allem aber hinsichtlich der Konsequenzen bei der Feststellung von mit Faulbrutsporen kontaminierten Futterkranzproben. Auch der Verwaltungs- und Kostenaufwand bei derartigen Untersuchungen kann nicht unterschätzt werden. Das sollte uns Imker aber nicht hintern, auch diesen Ansatz weiter zu verfolgen und im Einvernehmen mit Fachberatern und Veterinärämtern praktikable Lösungen zu suchen.

Konrad Müller Schriftführer im Bezirksverband Mfr. der BIV eMail mueller-cadolzburg@t-online.de

 

zurück zurück